valentin powell
Während meiner Schauspielausbildung in Berlin ist mir deutlich geworden, wie sehr unsere äußere Haltung und wie wir uns als Mensch Gebärden, unseren Charakter und Willen zum Ausdruck bringt. Sobald ich im Spiel eine Kleinigkeit an meinem äußeren Ausdruckt veränderte, konnte ich unmittelbar erleben, wie sich ein neues Gefühl einstellte. Die Einsicht in das Zusammenspiel von Wille, Gebärde und Lebensgefühl erweckte mein Interesse für die Formensprache unserer Welt. Ich begann zu empfinden, dass alle Dinge durch ihre Form einen Willen zum Ausdruck bringen und so auch ein bestimmtes Lebensgefühl vermitteln. Mehr
Um ein tieferes Verständnis von der Formensprache zu gewinnen entschied ich mich für das Studium der Eurythmie. Hierbei geht man noch einen Schritt weiter: von der Form zur Bewegung. Man nähert sich den schöpferischen Kräften an, die hinter der Erscheinung alles Lebendigen dieser Welt sind und die auch in Live-Sprache und Live-Musik leben. Musikalische und sprachliche Kunstwerke werden durch menschliche Bewegung sichtbar gemacht, sodass ein synästhetisches Kunstwerk vor den Augen und Ohren des Betrachters entsteht. Meine künstlerischen Jahre, die ich in Den Haag absolvierte, haben mich sehr begeistert und viel Freude bereitet. Neben der künstlerischen Arbeit, galt mein Interesse weiter zu erfahren, wie unsere Bewegungen und Gebärden auf unser Wohlbefinden und unseren Willen zurückwirken. Hinzu kam, dass mein Interesse für eine lebendige Astrologie die auf Beobachtung der Sterne und einer wissenschaftlichen Fundierung beruht (Siderische Astrologie) immer reger wurde. Dazu führten mich auch Kurse die ich seit 2007 von Robert Powells internationalen Schule für Choreocosmos in verschiedenen Ländern besuche; Sophiafoundation. Durch das einbeziehen der Sterne ergab die Eurythmie für mich immer mehr Sinn.
Noch während meines Eurythmiestudiums lernte ich die Arbeit von Gerhard Weber kennen, der sich den Fragen der Wirksamkeit der Eurythmie vor allem im therapeutischen Sinne intensiv widmet. Ich wusste sofort das seine Arbeit, genau die Art zu arbeiten ist, die ich auch verfolgen möchte. So habe ich in den Jahren meines beruflichen Einstiegs als Eurythmielehrer und später als Heileurythmist, ihn als meinen Lehrer in der hohen Kunst der Heileurythmie gesehen. In seiner Schule für Heileurythmische Kunst habe ich einen vierjährigen berufsbegleitenden Lehrgang absolviert und viele weitere Fortbildungen besucht. Diese Arbeit ist für mich wie eine Initiation in den menschlichen Organismus, als kleiner lebendiger Kosmos, die auch zu einer Erkenntnis des großen Kosmos führt.
Als verheirateter Vater von sechs Kindern bin ich täglich hautnah mit dem Wunder des werdenden Menschen befasst. An meinem vorigen Lebensort in Seewalde, einem schönen Ort in der Mecklenburgischen Seenplatte, habe ich mit drei Anthroposophischen Ärzten zusammen arbeiten können und so einen guten Anfang meiner Therapeutischen Praxis sowohl mit erwachsenen Menschen mit Behinderung aus der dortigen Einrichtung, als auch mit Erwachsenen und Kindern aus der Umgebung erreichen können.
Jetzt trage ich die Glut dieser Kunst hier im Süden des Landes oder auf Einladung auch an anderen Orten weiter – um einzelnen Menschen sowie Gruppen zu helfen einen tieferen und feineren Kontakt zu sich und der Welt aufzubauen und so in sich den eigenen Quell der Gesundheit zu entdecken.
Weniger

* Wenn mit Umgehung alles Begrifflichen, Vorstellungsmäßigen, der ganze Mensch sich in die Offenbarung der Naturgeheimnisse vertieft, kommt man damit, dass man die Ideen ausschließt, dem wahren Weben und Walten der Naturgeheimnisse näher. Dann ist dieses Wahrnehmen, dieses Ideen- und Begriff lose Wahrnehmen und sich-versenken in die Dinge das Künstlerische gerade. Und das Schaffen in solchen Geheimnissen des Universums, die nicht begrifflich zu erfassen sind, sondern die mit Ausschluß des Begrifflichen, des Ideenhaften durch die Versenkung des ganzen Menschen in sie hinein erfaßt werden müssen, ist im höchsten Maße eigentlich durch die Eurythmie zu erreichen. Rudolf Steiner * Wenn mit Umgehung alles Begrifflichen, Vorstellungsmäßigen, der ganze Mensch sich in die Offenbarung der Naturgeheimnisse vertieft, kommt man damit, dass man die Ideen ausschließt, dem wahren Weben und Walten der Naturgeheimnisse näher. Dann ist dieses Wahrnehmen, dieses Ideen- und Begriff lose Wahrnehmen und sich-versenken in die Dinge das Künstlerische gerade. Und das Schaffen in solchen Geheimnissen des Universums, die nicht begrifflich zu erfassen sind, sondern die mit Ausschluß des Begrifflichen, des Ideenhaften durch die Versenkung des ganzen Menschen in sie hinein erfaßt werden müssen, ist im höchsten Maße eigentlich durch die Eurythmie zu erreichen. Rudolf Steiner